Das Wichtigste in Kürze
Für alle, die ihren Caravan über den Winter einlagern: Diese sieben Schritte schützen Wasseranlage, Gas, Batterie, Reifen und Innenraum vor Frostschäden.
- Wasser komplett raus: Tanks, Boiler, Leitungen, Pumpe und Toilette leeren. Hähne in Mittelstellung und Ablassventile bleiben den ganzen Winter offen.
- Handbremse lösen und den Wohnwagen mit Unterlegkeilen sichern, sonst können die Bremsbacken an den Trommeln festrosten.
- Kurbelstützen nur zum Abstützen nutzen. Die Reifen schützt du mit 0,3 bis 0,5 bar mehr Luftdruck oder mit Böcken an freigegebenen Punkten.
- Batterie voll laden und geladen halten, Gasflaschen zu, Regler ab. Die Gasprüfung nach G 607 ist alle 2 Jahre Pflicht.
- Atmungsaktive Schutzhülle statt Plastikplane. Am Straßenrand darf ein abgekoppelter Wohnwagen höchstens zwei Wochen stehen.
Eine einzige Frostnacht kann reichen: Bleibt Wasser im Boiler, kann es beim Gefrieren das Gerät beschädigen, und für Frostschäden übernimmt Truma ausdrücklich keine Garantie. Deshalb solltest du deinen Wohnwagen winterfest machen, bevor die Nächte kalt werden. Mit einem freien Tag, etwas Material und der richtigen Reihenfolge übersteht dein Caravan die Pause ohne Schimmel, Standplatten oder festgerostete Bremsen.
Beim Wohnwagen ist manches einfacher als beim Wohnmobil: kein Motor, kein Kühlmittel, keine Starterbatterie. Dafür kommen Bauteile dazu, die nur ein Anhänger hat, etwa Auflaufbremse, Kurbelstützen, Antischlingerkupplung und oft ein Mover. Welche Unterschiede es sonst gibt, zeigt unser Vergleich von Wohnwagen und Wohnmobil.
In dieser Anleitung gehst du sieben Schritte in genau der Reihenfolge durch, in der du sie am Fahrzeug erledigst: Aufbau, Wasser, Gas, Strom, Fahrgestell, Innenraum und Abstellplatz. Dazu klären wir Saisonkennzeichen, HU und Dichtigkeitsprüfung, was Dauercamper beachten müssen und wie du im Frühjahr wieder startest. Alle Angaben haben wir mit ADAC, PiNCAMP, promobil, TÜV NORD und den Unterlagen von Truma abgeglichen.
Wann und in welcher Reihenfolge machst du den Wohnwagen winterfest?
Spätestens vor der ersten Frostnacht, in den meisten Regionen also im Oktober oder November. Die Reihenfolge folgt einer einfachen Logik: erst außen waschen und prüfen, dann alles leeren, was einfrieren kann, und zum Schluss den Wohnwagen abstellen und abdecken.
Ein guter Hinweis auf das Timing ist der Frostwächter vieler Truma-Boiler. Er öffnet laut Truma bei etwa 3 °C Umgebungstemperatur und lässt das Wasser von selbst ab. Wenn du deine Anlage vorher leerst, hast du die Kontrolle und keine Überraschung auf dem Stellplatz.
Die 7 Schritte im Überblick (Richtwerte, je nach Größe und Ausstattung)
| Schritt | Was du erledigst | Zeitbedarf |
|---|---|---|
| 1. Aufbau | waschen, Dichtungen und Dachhaube prüfen, wachsen | 2 bis 4 Stunden |
| 2. Wasser | Tank, Boiler, Leitungen, Pumpe, Abwasser und Toilette leeren | 1 bis 2 Stunden |
| 3. Gas | Flaschen und Absperrhähne zu, Regler ab, Flaschen lagern | etwa 15 Minuten |
| 4. Strom | Aufbaubatterie laden, abklemmen oder ausbauen, Mover versorgen | 30 bis 60 Minuten |
| 5. Fahrgestell | Handbremse, Keile, Stützen, Reifen, Kupplung | 1 bis 2 Stunden |
| 6. Innenraum | Kühlschrank, Polster, Entfeuchter, Schutz vor Mäusen | 1 bis 2 Stunden |
| 7. Abstellen | Platz anfahren, ausrichten, abdecken | 1 bis 2 Stunden |
Material zum Einwintern
| Material | Wofür |
|---|---|
| Caravan-Reiniger, weiche Bürste, Wachs | Aufbau waschen und versiegeln |
| Gummipflege, Talkum oder Babypuder | Tür-, Fenster- und Klappendichtungen |
| Eimer oder flache Wanne | Restwasser aus Boiler und Tank auffangen |
| Sanitärreiniger, Dichtungspflege | Toilettenkassette und Schieberdichtung |
| Batterieladegerät mit IUoU-Kennlinie | Aufbau- und Moverbatterie |
| Unterlegkeile, Böcke oder Reifenschuhe, Luftdruckprüfer | Fahrgestell sichern, Reifen schonen |
| Fett | Scharniere, Stützrad, Handbremshebel, Spindeln der Kurbelstützen |
| Winterabdeckungen | Lüftungsgitter von Kühlschrank und Heizung |
| Luftentfeuchter oder Granulat, Stahlwolle | trockene Luft, Ritzen gegen Mäuse |
| Atmungsaktive Schutzhülle, Deichselhaube | Schutz bei Abstellung im Freien |
Schritt 1: Wie reinigst und prüfst du den Aufbau?
Wasch Aufbau und Unterboden gründlich und prüf dabei alle Dichtungen, die Dachhaube und die Fugen am Dach. Schmutz und Sand halten laut promobil Feuchtigkeit an der Bodenplatte fest. Schäden am Aufbau solltest du vor dem Winter reparieren lassen.
- Dach und Dachhaube: Kontrollier die Dichtmasse rund um Dachhaube, Dachfenster, Lüfter und Leisten. Ist sie rissig oder löst sie sich, lass sie erneuern, bevor Regen und Schmelzwasser eindringen.
- Gummidichtungen: Behandle Tür-, Fenster- und Klappendichtungen mit Gummipflege und etwas Talkum oder Babypuder. So bleiben sie geschmeidig und frieren nicht am Rahmen fest.
- Lack: Eine Schicht Wachs schützt den Aufbau über den Winter vor Wind und Wetter.
- Trocknen lassen: Deck den Wohnwagen erst ab, wenn er komplett trocken ist. Sonst schließt du die Nässe unter der Hülle ein.
Schritt 2: Wie entleerst du die Wasseranlage vollständig?
Schalt die Pumpe aus, öffne alle Hähne in Mittelstellung zwischen warm und kalt und lass Tank, Boiler, Leitungen, Abwasser und Toilette komplett leer laufen. Hähne und Ablassventile bleiben danach den ganzen Winter offen.
Frischwassertank, Leitungen und Pumpe
Öffne den Revisionsdeckel und das Ablassventil des Frischwassertanks, spül ihn aus und lass ihn offen trocknen. Hast du statt eines festen Tanks einen Kanister mit Tauchpumpe, leerst du beide und lagerst die Pumpe trocken. Nimm den Duschschlauch ab und lass ihn leerlaufen. Mit leichter Druckluft kannst du Restwasser aus den Leitungen blasen. Steht der Wohnwagen leicht schräg, läuft das Wasser besser ab.
Boiler, Therme und Frostwächter
Hier steckt das größte Risiko. Der Truma-Boiler (Ultrastore) und die Combi-Heizung haben meist ein FrostControl-Sicherheits- und Ablassventil. Es öffnet laut Truma bei etwa 3 °C Umgebungstemperatur von selbst und leert den Boiler nach außen. Von Hand öffnest du es, indem du den Drehschalter um 180° drehst, bis er einrastet und der Druckknopf herausspringt. Schließen lässt es sich erst wieder, wenn es am Ventil wärmer als etwa 7 °C ist. Bei einer Truma Combi kommen laut promobil rund 10 Liter in den Eimer. Für die Truma Therme ist FrostControl nicht vorgesehen, sie leerst du über die Ablassventile im Boden.
Achtung bei Anhängelast & Stützlast
Abwassertank und Toilettenkassette
Leere und spül den Abwassertank, egal ob fest verbaut oder als Rolltank, und lass den Ablassschieber offen. Die Toilettenkassette leerst und reinigst du, ebenso einen vorhandenen Spülwassertank. Pfleg danach die Gummidichtung am Kassettenschieber mit einem passenden Dichtungsspray. Laut promobil kann das elektrische Spülventil undicht werden, wenn Restwasser darin gefriert. Dann läuft unter Umständen unbemerkt Wasser in den Aufbau.
Schritt 3: Wie sicherst du die Gasanlage für den Winter?
Dreh die Flaschenventile und alle Gasabsperrhähne zu, nimm den Druckregler ab und lager Regler und Schläuche frostfrei. Die Gasflaschen selbst lagerst du laut ADAC am besten kühl, trocken und gut belüftet. In den Keller gehören sie nicht, denn Flüssiggas ist schwerer als Luft und sammelt sich bei einem Leck am Boden. Manche Winterstellplätze verlangen ohnehin, dass die Flaschen ausgebaut sind.
Verschließ die Außenöffnungen von Heizung, Boiler und Kühlschrank mit den passenden Winterabdeckungen. Das hält Nässe und Mäuse draußen.
Schau bei der Gelegenheit auf die Prüfplakette. Die Gasprüfung nach DVGW G 607 ist seit dem 19.06.2025 alle 2 Jahre Pflicht. Laut TÜV NORD ist sie eine eigenständige Prüfung, unabhängig von der HU. Ohne gültige Prüfbescheinigung darf die Gasanlage nicht betrieben werden. Regler und Schläuche müssen spätestens 10 Jahre nach Herstellung getauscht werden, egal wie sie aussehen. Bei TÜV NORD kostet die Prüfung 74,10 Euro (Stand Januar 2026).
Faustformel für Einsteiger
Schritt 4: Was machst du mit Aufbaubatterie und Mover?
Lade die Batterie voll und halte sie über den Winter geladen, am Ladegerät oder ausgebaut an einem kühlen, trockenen und frostfreien Ort. Hat dein Wohnwagen weder Aufbaubatterie noch Mover, trennst du nur den 230-Volt-Anschluss und schaltest den Hauptschalter aus.
Für die Aufbaubatterie nennt promobil drei Wege:
- 1. Laden und abklemmen: 20 bis 24 Stunden laden, dann Pole und Verbraucher abklemmen. Klemm immer zuerst den Minuspol ab.
- 2. Am Ladegerät lassen: Ein 230-Volt-Ladegerät mit Erhaltungsladung hält die Batterie automatisch voll, wenn dein Stellplatz Strom hat.
- 3. Ausbauen: Kühl, trocken und frostfrei lagern und alle paar Wochen nachladen.
Lithiumbatterien lagerst du laut promobil am besten bei 15 bis 20 °C mit etwa 80 Prozent Ladung, Nachladen ist dann nicht nötig. Für alle anderen Batterien gilt: Eine Tiefentladung im Winter kann die Lebensdauer drastisch verkürzen.
Mover richtig einwintern
Der Mover hängt meist an derselben Batterie, deshalb gilt für ihn alles oben Gesagte. Schwenk die Antriebsrollen nach dem letzten Rangieren wieder ab, damit sie nicht monatelang an den Reifen anliegen, und befrei sie von Schmutz und Steinchen. Ein Vorteil im Winter: Mit dem Mover kannst du den Wohnwagen alle paar Wochen ein Stück bewegen, damit die Reifen nicht immer auf derselben Stelle stehen. Denk beim Nachrüsten daran, dass Mover und Batterie von der Zuladung abgehen. Wie viel danach noch übrig ist, rechnest du mit dem Zuladungsrechner aus.
Schritt 5: Wie stellst du Fahrgestell, Bremse und Reifen richtig ab?
Handbremse lösen, Unterlegkeile vor die Räder, Kurbelstützen nur zum Abstützen nutzen und die Reifen mit etwas mehr Luftdruck oder mit Böcken schonen. Dazu kommt die Pflege von Kupplung und Gelenken.
Handbremse lösen und Keile setzen
Bleibt die Handbremse monatelang angezogen, können laut promobil die Bremsbacken an den Trommeln festrosten und die Seilzüge sich festsetzen. Sichere den Wohnwagen deshalb auf ebenem Grund mit Unterlegkeilen und lös erst dann die Handbremse. Fette Scharniere, Stützrad und den Handbremshebel. Steht eine Wartung der Auflaufbremse an, ist die Winterpause ein guter Zeitpunkt dafür.
Kurbelstützen: abstützen ja, anheben nein
Hier gehen die Empfehlungen auseinander. Manche Ratgeber raten, die Reifen über die Stützen zu entlasten.promobil hält dagegen: Kurbelstützen sind nur zum Abstützen und Ausrichten gemacht, nicht als Wagenheber und nicht zur Entlastung der Reifen. Sonst drohen Schäden an Chassisholmen und Bodenplatte. Unsere Empfehlung: Kurbel die Stützen nur so weit herunter, dass sie fest aufliegen, und leg auf weichem Boden Stützteller unter. Ihre Spindeln bekommen etwas Fett.
Reifen vor Standplatten schützen
Steht der Wohnwagen monatelang auf derselben Stelle, können Standplatten entstehen. Schon 0,3 bar mehr Luftdruck helfen laut promobil, viele Ratgeber nennen bis zu 0,5 bar. Den Höchstdruck auf der Reifenflanke überschreitest du dabei nicht. Komplett entlastet werden die Räder nur auf Böcken. Setz sie nur an Punkte, die dein Hersteller in der Bedienungsanleitung freigibt.
Schau dir bei der Gelegenheit die DOT-Nummer an: Die ersten beiden Ziffern stehen für die Woche, die letzten beiden für das Jahr. Für Tempo 100 dürfen Wohnwagenreifen höchstens sechs Jahre alt sein. Hersteller und TÜV empfehlen den Wechsel nach sieben, spätestens zehn Jahren.
Kupplung und Antischlingerkupplung pflegen
Reinige die Kugelkopfkupplung und setz eine Deichselhaube auf. Bei einer Antischlingerkupplung gilt laut PiNCAMP by ADAC: Die Reibbeläge niemals fetten, sonst greifen sie nicht mehr richtig. Knarzt die Kupplung, stecken meist Rost oder Schmutz dahinter: Verschmutzte Reibelemente lassen sich mit feinem Schleifpapier reinigen, die Kugel am Zugfahrzeug säuberst du mit einem fettlösenden, rückstandsfreien Reiniger wie Bremsenreiniger. Den Belagverschleiß zeigt die Anzeige nach dem Ankuppeln, also prüfst du sie im Frühjahr.
Schritt 6: Wie schützt du den Innenraum vor Feuchtigkeit und Mäusen?
Räum alle Lebensmittel aus, lass Kühlschrank und Schränke offen, stell die Polster hoch und sorg mit Luftentfeuchter und Lüften für trockene Luft. Feuchtigkeit schlägt sich sonst an den kalten Außenwänden nieder.
- Kühlschrank: Abtauen, putzen und trocknen. Klemm ein Handtuch in Tür und Gefrierfachklappe, damit beide einen Spalt offen bleiben, und setz die Winterabdeckungen auf die Lüftungsgitter.
- Polster und Matratzen: Stell sie hochkant auf, damit Luft an alle Seiten kommt und nichts die Außenwand berührt. Noch besser ist ein trockener Raum zu Hause.
- Schränke und Staufächer: Ausräumen und die Türen offen lassen. So gleicht sich die Temperatur aus, und es bildet sich weniger Kondenswasser.
- Luftentfeuchter: Elektrische Geräte arbeiten laut promobil sehr wirksam, brauchen aber Strom und müssen geleert werden. Granulat-Entfeuchter sind günstiger, schwächer und nutzen sich ab, deshalb wechselst du das Granulat regelmäßig.
- Lüften: In einer geschützten Halle dürfen die Fenster in Lüftungsstellung bleiben, im Freien nicht. Draußen lüftest du bei jedem Kontrollbesuch kurz durch.
- Nager: Mäuse nutzen jede kleine Öffnung. Verschließ Ritzen, zum Beispiel mit Stahlwolle, und schütz Kabel, wo Mäuse herankommen.
llst du den Wohnwagen über den Winter ab?
Ideal ist eine trockene Halle, ein befestigter Platz im Freien mit atmungsaktiver Schutzhülle reicht aber auch. Den ganzen Winter am Straßenrand zu parken, ist dagegen keine Option.
Ein abgekoppelter Wohnwagen darf nach § 12 Abs. 3b StVO höchstens zwei Wochen am selben Ort parken, außer auf entsprechend gekennzeichneten Parkplätzen. Du brauchst also einen privaten Stellplatz, ein Winterlager oder einen Campingplatz. Laut promobil ist Asphalt, Beton oder befestigter Schotter besser als eine Wiese, auf der Räder, Stützen und Keile einsinken können. Meide Senken, Hanglagen, in denen sich Wasser sammelt, und Plätze unter großen Bäumen.
Hallen sind meist am teuersten, Freiflächen am günstigsten. Lies den Vertrag genau: Oft werden eine Kaution und mehrere Monate Vorauszahlung verlangt, und manche Anbieter berechnen Strom oder Reinigung extra. Passende Winter- und Dauerstellplätze findest du unter Stellplätze auf Campuna.
Schutzhülle oder Plane?
Eine Plastikplane aus dem Baumarkt ist keine gute Idee. Sie staut Feuchtigkeit, fördert Schimmel und scheuert bei Wind am Lack. Besser ist eine atmungsaktive Schutzhülle, die weder zu locker noch zu eng sitzt. Lüftungsöffnungen dürfen nicht verdeckt sein. In einer geschlossenen Halle brauchst du meist gar keine Hülle. Im Freien kontrollierst du nach Sturm, starkem Regen und Schneefall, ob alles noch sitzt.
Was gilt für Saisonkennzeichen, Versicherung und HU in der Winterpause?
Mit einem Saisonkennzeichen zahlst du Steuer und Versicherung nur für die gewählten Monate, darfst den Wohnwagen außerhalb der Saison aber weder bewegen noch auf öffentlichen Flächen abstellen. Der Zeitraum muss laut AUTO ZEITUNG mindestens zwei und höchstens elf Monate umfassen.
Bei der Kfz-Steuer ist die Ersparnis überschaubar. Für Anhänger fallen 7,46 Euro je angefangene 200 kg zulässige Gesamtmasse im Jahr an, bei 1.500 kg also 59,68 Euro. Ob sich das Saisonkennzeichen lohnt, entscheidet deshalb vor allem dein Versicherungsbeitrag. Frag nach, ob die Kasko in der Ruhezeit beitragsfrei weiterläuft. Diese Ruheversicherung gilt oft nur, wenn der Wohnwagen in einer Halle, Garage oder auf einem umfriedeten Gelände steht.
Die HU ist bei Wohnwagen über 750 kg alle 24 Monate fällig. Der ADAC rät, Versicherung und HU auch während der Winterpause gültig zu halten. Fällt die HU mit Saisonkennzeichen in die Ruhezeit, holst du sie im ersten Monat der neuen Saison nach.
Dichtigkeitsprüfung: am besten vor dem Einwintern
Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht, aber die Dichtigkeitsgarantie der Hersteller gilt laut PiNCAMP nur bei einer Prüfung einmal im Jahr in einer autorisierten Werkstatt. Die Toleranz liegt meist bei 8 Wochen, die Kosten bei 60 bis 200 Euro. Liegt dein Termin im Herbst, lass prüfen, bevor der Wohnwagen ins Winterlager geht. Dann arbeitet keine unentdeckte Feuchtigkeit monatelang im Aufbau weiter. Werkstätten und Servicepartner findest du unter Camping-Services.
Was müssen Dauercamper beachten, die auf dem Platz überwintern?
Auch auf dem Dauerplatz kommt das Wasser raus, sobald nicht mehr geheizt wird, und ein Vorzelt bleibt nur stehen, wenn es für Schnee gebaut ist. Sommervorzelte können unter Schneelast zusammenbrechen.
Laut PiNCAMP wiegen 50 cm gebundener Neuschnee bis zu 100 kg pro Quadratmeter. Wintervorzelte haben deshalb meist ein Stahlgestänge und ein steiles Dach, von dem Schnee besser abrutscht. Spann Sturmleinen an alle Stützfüße und räum das Dach mit einem Teleskop-Schneeschieber.
Auf dem Wohnwagendach selbst arbeitest du nie mit scharfkantigem Werkzeug und betrittst es nur, wenn der Hersteller es freigibt. Dachhaube und Solarmodule hältst du frei. Kläre außerdem mit dem Platzbetreiber, ob im Winter Wasser anliegt, ob du jederzeit auf den Platz kommst und was für Gasflaschen gilt.
Wie machst du den Wohnwagen im Frühjahr wieder startklar?
Beim Auswintern gehst du die Schritte rückwärts durch und prüfst alles, was über den Winter gelitten haben könnte.
- 1. Sichtprüfung: Achte auf Modergeruch, feuchte Stellen, Mäusespuren und beschädigte Dichtungen.
- 2. Wasser: Ablassventile schließen, das FrostControl-Ventil erst bei über etwa 7 °C. Dann Tank und Leitungen gründlich spülen und reinigen.
- 3. Gas: Regler anschließen, Absperrhähne öffnen und die Prüfplakette kontrollieren.
- 4. Strom: Batterie einbauen oder vom Ladegerät nehmen und die Ladung prüfen, den Mover kurz testen.
- 5. Reifen: Luftdruck auf den Normalwert zurücksetzen und Böcke entfernen.
- 6. Bremse und Kupplung: Bremswirkung bei der ersten Fahrt testen und den Belagverschleiß der Antischlingerkupplung nach dem Ankuppeln ablesen.
- 7. Termine: HU, Gasprüfung und Dichtigkeitsprüfung rechtzeitig vor der ersten Reise legen.
Unser Fazit: Ein Tag Arbeit spart dir teure Frostschäden
Einen Wohnwagen winterfest zu machen ist kein Hexenwerk. Entscheidend sind drei Dinge: alles Wasser raus, die Handbremse gelöst und eine trockene Abstellung, ob in der Halle oder unter einer atmungsaktiven Hülle. Halte dich an die Reihenfolge, nutz die Kurbelstützen nur zum Abstützen und kontrollier den Wohnwagen nach Sturm und Schnee. Wer im Herbst sauber arbeitet, hat im Frühjahr nur noch eine kurze Liste: Ventile schließen, Anlage spülen, Luftdruck zurücksetzen und die fälligen Prüftermine legen.
Wenn du gerade mit einem Kauf liebäugelst: Wie du Feuchtigkeitsschäden bei der Besichtigung erkennst, liest du im Ratgeber Gebrauchten Wohnwagen kaufen. Passende Fahrzeuge findest du unter Wohnmobile und Wohnwagen auf Campuna. Weitere Anleitungen rund ums Camping gibt es in unserem Ratgeber-Bereich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich den Wohnwagen im Winter draußen stehen lassen?
Kann ich Frostschutzmittel in die Wasserleitungen füllen?
Was passiert, wenn der Boiler im Wohnwagen einfriert?
Wie oft sollte ich im Winter nach dem Wohnwagen sehen?
Muss ich den Wohnwagen über den Winter abmelden?
Quellen & Transparenz
- ADAC: Tipps zum Einwintern des Campingfahrzeugs (30.10.2025)
- promobil: 13 Tipps, um den Wohnwagen winterfest zu machen (30.09.2025)
- promobil: Darf ich meinen Wohnwagen im Winter draußen stehen lassen? (05.10.2026)
- promobil: Kurbelstützen kinderleicht bedienen (23.12.2019)
- promobil: Alles rund um das Thema Wohnwagen-Reifen (07.02.2022)
- Truma: FrostControl Sicherheits-/Ablassventil für Boiler und Combi, Gebrauchs- und Einbauanweisung (PDF)
- TÜV NORD: Gasanlagenprüfung für Wohnwagen und Wohnmobile
- PiNCAMP by ADAC: Antischlingerkupplung, 10 Fakten, die du wissen musst (22.02.2024)
- PiNCAMP by ADAC: Dichtigkeitsprüfung bei Wohnmobil und Wohnwagen (22.02.2024)
- PiNCAMP by ADAC: Wintercamping, so baust du dein Vorzelt richtig auf (31.10.2024)
- AUTO ZEITUNG: Saisonkennzeichen, Vorteile, Kosten, Versicherung (04.11.2025)
Campuna-Redaktion
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